Einstieg

Einstieg

Hier werden die wichtigsten Fragen zum Einstieg in P2P Kredite beantwortet.

Was sind P2P Kredite?

P2P Kredite werden von Personen an Personen (Peer-to-Peer) vergeben, ohne dass ein Finanzinstitut, wie eine Bank, den Kredit vermittelt. Wird ein Kredit von mehreren Privatpersonen an andere Privatpersonen oder Unternehmen vergeben wird dies auch als Crowdlending bezeichnet.

Was ist eine P2P Plattform?

P2P Plattformen dienen als Marktplatz um Kreditgeber und Kreditnehmer zusammen zu bringen. Sie stellen die organisatorische und technische Basis zur Verfügung um die Vermittlung, Vergabe und Rückzahlung zu ermöglichen.

Warum einen P2P Kredit aufnehmen oder vergeben?

Die Aufnahme eines P2P Kredit erfolgt meist wenn die Chancen auf einen Bankkredit, zum Beispiel aufgrund zu niedriger Bonität, gering oder nicht vorhanden sind. Daher sind die Zinsen, welcher der Kreditgeber erhält, vergleichsweise hoch.

Wie erfolgt die Einzahlung auf einer P2P Plattform?

In der Regel wird Geld per SEPA Überweisung auf das Konto der P2P Plattform überwiesen und dann dem entsprechenden Benutzerkonto gutgeschrieben. Eine Auszahlung erfolgt ebenfalls per Überweisung auf das eigene Bankkonto. Die Zahlung per PayPal oder mit Kreditkarte wird von den meisten Anbietern nicht angeboten.

Wie wird in einzelne Kredite investiert?

Durch entsprechende Such- und Filtermöglichkeiten kann ein Kredit ausgewählt und ein bestimmter Betrag darin investiert werden. Da dies recht aufwendig ist bieten fast alle Plattformen einen sogenannten Auto Invest. Dabei werden Kriterien für die Auswahl von Krediten einmal festgelegt und das Guthaben wird automatisch in passende Kredite investiert und auch wieder reinvestiert.

Was ist eine Rückkaufgarantie?

Bei vielen P2P Krediten verpflichtet sich der jeweilige Kreditgeber, einen Kredit nach einer bestimmten Anzahl an Tagen im Zahlungsverzug (meist 30 bis 60 Tage) samt aufgelaufener Zinsen zurückzukaufen, unabhängig davon, ob der ursprüngliche Kreditnehmer tatsächlich zahlt. Damit trägt formal der Kreditgeber und nicht der Investor das Ausfallrisiko einzelner Kredite. Wichtig zu wissen: Eine Rückkaufgarantie ist immer nur so viel wert wie die finanzielle Stabilität des dahinterstehenden Kreditgebers – gerät dieser selbst in Schieflage, kann auch die Rückkaufgarantie ins Leere laufen.

Welche Rendite lässt sich mit P2P Krediten erzielen?

Die Rendite unterscheidet sich je nach Plattform und gewählten Krediten, liegt aber meistens in einem Bereich von 8 bis 12 Prozent pro Jahr, bei einzelnen spezialisierteren Angeboten auch darüber. Bei deutlich niedriger Verzinsung lohnt sich ein Investment, aufgrund des Risikos, eher weniger. Wird eine extrem hohe Verzinsung angepriesen sollte die Seriosität der Plattform in Frage gestellt und geprüft werden.

Wie viel sollte ich in P2P Kredite investieren?

P2P Kredite sind eine risikoreichere Anlageform und sollten nur einen begrenzten Teil des Gesamtvermögens ausmachen. Innerhalb des P2P-Anteils lohnt sich zusätzlich eine Streuung über mehrere Plattformen, Kreditgeber und idealerweise auch Länder hinweg, statt das gesamte Kapital auf eine einzelne Plattform oder einen einzelnen Kreditgeber zu konzentrieren. Das reduziert das Risiko, dass Probleme bei einem einzelnen Anbieter das gesamte investierte Kapital gefährden.

Müssen Steuern auf Erträge aus P2P Krediten gezahlt werden?

Ja. Zinsgewinne müssen auch bei P2P Krediten versteuert werden. Viele Anbieter bieten dazu das Generieren einer Steuerbescheinigung an. Da es sich bei den Anbietern um keine Finanzinstitute handelt ist die Erteilung eines Freistellungsauftrags nicht möglich.

Was ist Quellensteuer und muss ich sie zahlen?

Einige Plattformen, insbesondere aus Lettland, ziehen auf Zinsgewinne eine gesetzliche Quellensteuer von in der Regel 5 Prozent direkt vor Auszahlung ab. Aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen lässt sich diese im Rahmen der deutschen Steuererklärung meist auf die Kapitalertragssteuer anrechnen, sodass es in der Regel nicht zu einer doppelten Besteuerung kommt. Auf den jeweiligen Plattformseiten ist vermerkt, ob und in welcher Höhe Quellensteuer anfällt.

Welche P2P Plattform ist sicher?

Leider ist keine P2P Plattform wirklich so sicher wie eine Bank, da es keine Einlagensicherung und immer einige Risiken gibt. Trotzdem gibt es viele seriöse Plattformen, die, zumindest rückwirkend betrachtet, zuverlässig und transparent gearbeitet haben. Auch bei etablierten Plattformen mit gutem Track Record können jedoch plötzlich Probleme auftreten, etwa durch behördliche Anordnungen, gestörte Zahlungsverbindungen oder Schwierigkeiten bei einzelnen Kreditgebern. Es lohnt sich daher, vor und während eines Investments die individuelle Risikoeinschätzung und aktuelle Neuigkeiten zur jeweiligen Plattform im Blick zu behalten, statt sich allein auf den bisherigen Track Record zu verlassen.

Was passiert, wenn eine P2P Plattform schließt oder insolvent wird?

Gerät eine Plattform in finanzielle Schwierigkeiten, wird der Geschäftsbetrieb häufig zunächst eingestellt: Neuinvestitionen sind dann nicht mehr möglich, Zins- und Auszahlungen werden ausgesetzt. Je nach Rechtsform und Land kann daraufhin ein gerichtlich begleitetes Restrukturierungsverfahren oder eine reguläre Insolvenz folgen. Ob und in welcher Höhe Anleger ihr Kapital zurückerhalten, hängt maßgeblich davon ab, ob die Investments rechtlich vom Vermögen der Plattform getrennt sind (z. B. bei regulierten Wertpapieren) und wie werthaltig die zugrunde liegenden Kredite bzw. Sicherheiten tatsächlich sind.

Welche Plattform eignet sich zum Einstieg?

Zum Einstieg bietet sich Go & Grow (Bondora) an, da diese sehr übersichtlich ist und fast keine Einstellungen vorgenommen werden müssen. Eine ähnlich einfache Alternative ist Monefit (SmartSaver), das nach einem vergleichbaren Prinzip funktioniert. Damit lässt sich erstmal ein Gefühl für P2P Kredite entwickeln. Danach können dann schrittweise weitere Plattformen hinzugenommen werden.